Der Incubation Tribe – The missing link

Der Incubation-Tribe
– The missing link

von Sven Winkler

Zum Start von 2020 und kurz vor der Pandemie haben wir uns entschieden beim Onboarding von neuen Kolleg:innen neuartige Wege zu gehen. Wir starteten eine eigene Einheit, den Incubation-Tribe, die alle Ankommenden aufnimmt, ihnen einen bestmöglichen Einstieg ermöglicht und über das erste halbe bis ganze Jahr hinweg in der Firma begleitet.

Vorweg gesagt, es funktioniert. Der Tribe ist ein außerordentlich guter Bestandteil unserer Organisation geworden und hat zu viel Zufriedenheit bei unseren neuen Kolleg:innen geführt.

An der Stelle sei auch gesagt, unsere Einheit heißt Incubation-Tribe und wir haben sie nicht wegen der Pandemie so genannt, sondern hatten die Metapher eines Gewächshauses im Kopf, in dem jeder ankommen, sich orientieren kann sowie punktgenaue Unterstützung erhält. Die Pandemie hat natürlich eine Rolle gespielt, denn nachdem wir dachten, wir wüssten was wir zu tun haben, kam gerade dadurch alles anders – alles nur noch digital. Da wir das Onboarding auf eine zentrale Steuerung umgestellt hatten, war es glücklicherweise ein Leichtes sofort auf komplett remote und digital zu wechseln.

Wir waren zwar skeptisch, unsere Neuen jedoch begeistert und wir beeindruckt wie freudig überrascht: WIN-WIN.

Vorteile des Incubation-Tribes

“Wozu genau der Incubation-Tribe?”, das sollte man spätestens jetzt genauer beantworten. In Summe haben wir drei Stakeholder: Mitarbeiter:innen, andere Einheiten und unser Unternehmen.

Für unsere Mitarbeitenden zum einen klar, Geräte, Prozesse, Firma kennenlernen, zum anderen hat man von hier aus auch die Möglichkeit sich seine zukünftige Einheit zu suchen oder von ihr gefunden zu werden. Da wir ein Dienstleistungsunternehmen mit Projektgeschäft sind, lernen sie schnell andere Personen kennen. Von uns im Incubation-Tribe aus können sie dann Gespräche führen, um die Einheit zu finden, die den besten inhaltlichen wie persönlichen Match bildet.

Die anderen Einheiten werden über die zentrale Lösung entlastet. Ein Onboarding und ein Führen durch die Probezeit muss nicht durch sie durchgeführt werden. Trotzdem können sie alle neuen Kolleg:innen jederzeit kennenlernen, mit ihnen zusammenarbeiten und zu einem späteren Zeitraum sich auf sie festlegen und diese in ihre Einheit holen. Zudem können sich die Einheiten auf ihren Teil des Onboardings in die eigene Gruppe fokussieren.

Für unser Unternehmen können wir durch die Zentralität die Onboarding-Prozesse stetig und einfach verbessern, wir entlasten alle anderen Einheiten und wir klären aus Unternehmenssicht punktgenau, welche Tätigkeiten und Fortbildungsaspekte tatsächlich relevant sind oder auch an welchen Defiziten gearbeitet werden muss. Zusätzlich fördern wir auch viele der “stillschweigenden Annahmen” zu Tage, die sich positiv wie negativ in die Kultur einer Organisation einbrennen und zeigen frühzeitig auf, was sonst nur beobachtbar, interpretierbar ist. Durch dieses Klarstellen ergibt sich nach unserer Erfahrung der Erfolg, dass das Zusammenarbeiten leichtgewichtiger wird und wir einen guten Erwartungsabgleich hinbekommen.

Nachteile, gibt es die auch?

Ja, klar gibt es Nachteile. Bspw. ist unser Onboarding Wissen im Wesentlichen innerhalb dieses Tribes vorhanden und das skaliert zunächst zwar gut, ist aber bei einem Wachstum und auch bei sich verändernden oder unterschiedlichen Geschäftsmodellen vermutlich zeitlich begrenzt.
Heute ist der Wert hier groß, eine einheitliche Lösung zu haben. Wenn sich das über die Zeit abnützt, werden wir wieder dezentraler gehen. 

Fazit

Alles in allem, hat der Incubation-Tribe bei uns effektiv die Lücke im Onboarding geschlossen und bietet uns dazu noch wichtige Vorteile:
Neue Kolleg:innen können ankommen und haben die Chance, die Einheit zu finden, zu der sie am besten passen.
Alle anderen Einheiten können sich auf ein fundiertes Onboarding verlassen und können nach erfolgter Zusammenarbeit ihr Recruiting über internen Kanäle durchführen.
Als Firma haben wir die Möglichkeit zu sichten, einzustellen und alle wichtigen Punkte zum Start mitzugeben.